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Leben im Mittelalter in Halle

So oder so ähnlich könnte es im Mittelalter in der Stadt ausgesehen haben. Da sich das Stadtbild seitdem erheblich geändert hat, ist es nur mithilfe von KI möglich, sich ein Bild davon zu machen. Die Menschen von damals würden das heutige Halle nicht wiedererkennen.
Das mittelalterliche Halle war von Stadtmauern und Türmen umgeben, die Schutz vor Feinden boten. Die Häuser bestanden meist aus Fachwerk, Lehm und Holz. Wohlhabende Bürger lebten in größeren Häusern, während arme Familien oft in kleinen, dunklen Räumen wohnten. Die Gassen waren schmal und es gab Patrizier- oder Pfännerhäuser (zum Beispiel Schmeerstraße, Brüderstraße, Ulrichsstraße). Die Bauweise mit hervorkragenden oberen Etagen verengten die Straßen zusätzlich, da es keine einheitliche Bauweise gab. Die wenigsten Straßen waren gepflastert. Oft schlossen sich den großen Gehöften nach hinten Ausspannen für Salzgäste (Salzkaufleute) an. Der überwiegende Teil der Bevölkerung konnte sich solche Häuser, deren unterer Teil steingefasst war, nicht leisten und wohnte in Lehm- oder engen Häusern, wie sie ehemals am Trödel zu finden waren. Mit der Hygiene wurde es auch nicht so genau genommen: Am Morgen kippte man die nächtlichen Ausscheidungen auf die Straße und hoffte auf den nächsten Regen. Im Sommer stank die Stadt für unsere empfindlichen Nasen von heute bestialisch.
Die Gesellschaft war klar gegliedert:
– Klerus (Geistliche)
– Adel
– Bürger und Handwerker
– Bauern und arme Stadtbewohner
Die Kirche spielte eine zentrale Rolle im Alltag. Sie bestimmte den Jahresrhythmus durch Feiertage und Feste und war auch für die Bildung zuständig. Nur wenige Menschen konnten lesen und schreiben.
Die Ernährung bestand hauptsächlich aus Brot, Brei, Kohl, Hülsenfrüchten und nur gelegentlich aus Fleisch. Aufgrund der kirchlichen Fastentage war Fisch sehr wichtig. Wohlhabendere Bürger konnten sich Gewürze und bessere Lebensmittel leisten.
Kleidung wurde aus Wolle oder Leinen gefertigt. Die Farben und Stoffe zeigten oft den sozialen Stand einer Person.
Das Leben im mittelalterlichen Halle (an der Saale) war von Unsicherheit geprägt. Brände, Hungersnöte und Krankheiten wie die Pest bedrohten die Bevölkerung. Das medizinische Wissen war begrenzt und viele Menschen starben früh. Das Leben in Halle im Mittelalter war somit hart und stark von Arbeit, Religion und sozialen Unterschieden bestimmt. Gleichzeitig ermöglichte der Salzhandel der Stadt Wohlstand und Bedeutung, die ihre Entwicklung bis heute prägen.

 

alte gasse

Alte Mittelaltergasse
(Ki-generiert aus echten Fotos aus Quedlinburg)