Ein salziges Accessoire zur Adventszeit

In alter Zeit auf dem Hallmarkt war ein geschäftiges Treiben der Salzarbeiter. Über 500 Menschen arbeiteten in den Salzkothen, die gerade dastanden, wo Platz war. Das gesamte Areal, damals viel größer als heute mit mehr als 100 Kothen produzierte das Salz aufwendig und es war harte Arbeit. In den Kothen gab es keine Schornsteine und der sich bildende Rauch durch die Feuerung suchte sich seinen Weg. Er räucherte nicht nur die Hütte ein, sondern den gesamten Hallmarkt, der damals schlichtweg nur die Halle hieß. Die schwere Arbeit an den Salzpfannen, den Brunnen und dem Herbeischaffen der Sohle, machte die Salzwirker widerstandsfähig, wohl auch gegen die Pest, wie es hieß. Doch neben der harten Arbeit und manchmal auch gerade durch diese Arbeit bildeten sich im Laufe der Zeit Traditionen und Bräuche der Salzwirker heraus. Eine davon ist die Herstellung von Salzkronleuchter, die sehr aufwendig war. In den Hallorengeschichten von Robert Moritz (1873-1963) ließ er einen Jungen 1907 sagen: „So e sälwerjemachter un mit Salz beschitter  is uns liewer, wie e Joldner, nich wa, Jroßvater?“.  Einen Salzkronleuchter herzustellen, dauert lange und ist fast unbezahlbar, aber es geht ja auch im Kleinen.

Heute werden eher kleine salzige Schmuckstücke zu den Adventszeiten bzw. Weihnachten hergestellt. So zum Beispiel Fensterschmuck, Teelichter mit Salzmotiven und einiges mehr. So wird erst ein Grundgerüst aus Sperrholz geschaffen, mit Sägespänen bestreut und dann mit 23-prozentiger Sole begossen oder besser gesagt bespritzt. Das dauert schon eine Weile und ist bei 83 Grad kochender Sole eine heiße Sache.

Das Glitzern der Kristalle auf den fertigen Objekten verkündet dann im richtigen Licht die Adventszeit. Dieser Schmuck ist dann typisch für Halle und gewissermaßen ein Markenzeichen. Ein paar dieser kleinen Salzaccessoires bietet der MSW-Welten Verlag in seinem Shop an. Ein Mitglied des Vereins „Alte Salzstraße Halle – Prag“ e.V., mit den Hallorenbräuchen bestens vertraut, fertigte sie in mühevoller Arbeit an.