MSW - Welten (Fotografie und Projekte)

© Sandy Wohlleben / Michael Waldow update: 26.08.18
Halle (Collage)
Porträt Sandy
Sandy und Micha bei der Arbeit
Es war einer jener herrlichen Herbsttage, die einem zum Träumen verleiten. Hätte ich gern getan, saß aber in einem Auto und fuhr durch den Dölauer Wald bei Halle. Neben mir zog sich die alte Bahnlinie hin, die durch einen Verein gerade „renoviert“ wird. Kein Auto auf der Straße, bunte Blätter und das Gefühl durch die Unendlichkeit zu fahren, dazu der Song „Far, far away“ von Slade. Wunderbar! Da ich gern fotografiere, verleitete es mich dazu mal auszusteigen und ein Foto zu machen. An einem Übergang, den auch Waldläufer querten, stellte ich meine Kamera auf eine der Bahnschwellen und machte aus dieser Perspektive ein Foto von der Unendlichkeit. Zu Hause schrieb ich auf die erste Schwelle „Far, far away“ und stellte das ganze ins Internet. Und dann ging es los. Als erstes bekam ich eine Belehrung, das es verboten ist die Schienen zu betreten. Als zweites bekam ich entsprechende Paragrafen zu hören. Nun, die Bahnstrecke wurde ausgebessert, war aber gesperrt und niemand hatte seit der Einstellung einen Zug gesehen, abgesehen von gelegentlich dastehenden Maschinen der Arbeiter. Ausserdem stand ich auf einem aufgeschütteten Bahnübergang. Man ließ nicht locker und mich wissen, das dies kein offizieller Bahnübergang ist, sondern von Förstern gemacht. Auch als ich den Weg und Übergang auf der Karte aus dem Internet zeigte, wurde mir erklärt, die Stadt habe es schon aus der Karte entfernt. Das war das Vorgeplänkel, jetzt ging es erst richtig los. Man erzählte mir von toten Menschen, die sich auf Gleise warfen und Zugführern, die schockiert sind und einer verstieg sich in der Meinung, das Bild ist aus der Sichtweise eines auf den Gleisen liegenden toten Menschen. Das war dann genau der Zeitpunkt, wo ich keine Lust mehr hatte, diese Farce mitzuspielen. Das geblitzte Pferd Eines Tages, am späten Nachmittag, begab ich mich auf die Koppel, um Pferde zu fotografieren. Ich fokussierte meine Kamera und fuhr einfach über die Koppel, das Auge am Sucher, um ein geeignetes Objekt aufzunehmen. Unvermittelt tauchte im Sucher der Kopf einer schönen Stute auf. Ich drückte den Auslöser. Da das Tier der Kamera das Licht nahm, klappte diese den Blitz automatisch auf und löste ihn aus. Das Tier war davon nicht im mindesten beeindruckt. Das Foto selbst wurde ein gelungener Schnappschuß. Wochen später stellte ich das Foto in einer Face-bookgruppe ein, wo sehr viele Fotografen Mitglieder waren. Es war soetwas wie mein Einstiegsfoto. Ich hatte es nur wenig bearbeitet und den kleinen weißen Fleck auf dem Auge nicht so recht registriert. Er war durch den ausgelösten Blitz entstanden. Was danach kam, verschlug mir die Sprache. Erst wurde ich kritisiert, weil ich ein Blitz angeblich bewußt nahm. Dann traten selbsternannte Tierschützer auf den Plan, die mich regelrecht in den Boden stampften. Das Tier hätte ich geblendet und ich solle die Kamera gegen ein Frittenbude eintauschen, das waren dann noch die harmlosesten Sätze. Ein weiteres Foto, das ich von einem verträumten Mädchen machte, wurde gleich mit verissen; ob ich das junge Ding zu Tode geblitzt habe und so weiter. Jeder Hinweis, daß das Foto zufällig entstand, der Blitz automatisch auslöste und das Pferd überhaupt keine Regung zeigte, wurde ignoriert oder besser nicht geglaubt. Es wurde auf Teufel komm heraus behauptet, es wäre meine Absicht gewesen. Ich nahm nicht nur die Fotos von der Seite, sondern mich gleich auch. Entartete Fotos Wenn man Modelfotografie macht, kommt man an Dessousfotos eigentlich kaum vorbei. Einmal durch die Stadt gegangen, sind solche Fotos überall präsent und stören eigentlich keinen Menschen mehr. Wir sind ja aufgeklärt. Das betrifft aber nur Fotos, bei denen das Model nicht persönlich bekannt ist. Andernfalls kochen die Gerüchte hoch und die Fantasien überschlagen sich. Das Model gerät in Verruf und der Fotograf gleich mal mit, man weiß ja wie und was da abläuft. Eines Tages zeigte ich einer Bekanntenrunde ein Dessousfoto von einem 19jährigen Model. Es wurde von den älteren Frauen als ästhetisch und gelungen befunden. Eine der Frauen gab auch unumwunden zu, mit ihrem Mann zusammen erotische Filme anzuschauen, was ein zustimmendes Gelächter auslöste. Ich freute mich, dass mir jedenfalls ein ansprechendes Foto gelungen war. Wochen später wurde ich von jemanden angesprochen, warum ich schmutzige Fotos herumzeige. Ich war Baff, welche schmutzigen Fotos? Ein wenig später, nach einer intensiven Fragestunde dämmerte mir, das besagte Frau, die die Fotos für gut befand, nach meinem Weggang sich über die Dessousfotos aufregte. Nun ja, sie kannte das junge Ding und schließlich kann man sich ja denken, warum ein alter Sack (also ich) junge Mädchen in eindeutige Posen fotografierte. Typisch Mann! Seitdem vermeide ich Dessousfotos im Bekanntenkreis zu zeigen, schon gar nicht bei Leuten, die einen versauten Witz nach dem anderen erzählen. Da ist ja nichts dabei. Oder? Die Mätresse Da wir beide auch in der Hallischen Hanse sind, die Hallische Hanse-traditionen pflegt, spielen wir in der Theatergruppe Quinta-X-Essentia nicht nur mittelalterliche Stücke, sondern machen auch Fotogeschich-ten aus dieser Zeit, die wir ver-öffentlichten. Eine der Geschichten hieß: Wie Erasmus zu einer Mätresse kam“, bei der ein Kaufmann sich einbildete, eine wunderhübsche Magd kaufen zu können und zu seiner Mätresse zu machen. Die Magd war aber nicht nur blond und hübsch, sondern auch mit allen Wassern gewaschen. Sie ließ sich scheinbar auf das Spiel ein und machte den Kaufmann betrunken, nicht nur vor Glück, sondern im wahrsten Sinne des Wortes. Der Kaufmann unterschrieb in seinem Rausch einen Vertrag, die der Magd die Beteiligung an einer Taverne und ein hübsches Sümmchen obendrein bot. Von der „Liebe“ hatte er aufgrund seines Alkoholkonsums nichts. Die Geschichte wurde im Mittelalterambiente fotografiert und in Comics umgewandelt. Die Bilder waren P6 geeignet, kleine Kinderchen hätten vielleicht die Geschichte nicht ganz verstanden. Zu jener Zeit hatte aber die Hauptdarstellerin der Magd gerade eine neue Beziehung begonnen. Dafür wurde sie beneidet und man brauchte etwas zum Tuscheln. So fanden es einige angebracht, doch bei ihrer neuen Beziehung nachzufragen, ob er den wüßte, das sie mit noch Einem eine Geschichte um eine Mätresse machte. Den Inhalt musste man freilich nicht lesen, weiß man doch wie solche Weibsbilder sind. Gott sei Dank konnte die neue Beziehung der Haupt-darstellerin darüber nur lachen. Wir wußten aber ab diesem Zeitpunkt, dass die Neider vor gar nichts zurückschrecken, um jemanden bloßzustellen und ihnen die Folgen mehr als nur egal sind. Wir nannten die Geschichte um in „Erasmus und Betlin“ und schon war es nicht mehr interessant. Das alte und das überarbeitete Deckblatt, nun auch „kinderfreundlich“. Die böse Foto Ich hatte mal wieder Lust ein Foto besonders zu bearbeiten und mein Blick fiel auf die Serie von Laura, die ich schon eine Weile kannte. Sie liebt es, sich vor dem Fotografen zu bewegen und sie mag auch ausgefallene Fotos. Ich selbst stehe nicht besonders auf die ultrascharfen Hochglanzfotos und habe manchmal meine eigenen Ansichten hinsichtlich der Fotobearbei-tung. Zwei Fotos, durch Zufall aufgenommen, weil Laura so agierte, wie sie wollte und ich die Kamera drauf hielt, fand ich interessant und bearbeitet sie mit bestimmten Farbfilter und einer „schmutzigen“ Textur, sodass durchaus ein seltsamer Eindruck entstand, der auch verschiedene interpretierbar war. Eine gewisse Bewegungsunschärfe, ebenfalls bedingt durch den Filter, fanden ich nicht schlecht. Dann dachte ich, es mal in Facebook zu zeigen, mit „durchschlagendem Erfolg“. Die „Profi“-fotografen fielen darüber her, fanden keine Schärfe im Bild und eine schlechte technische Ausführung. Gut, das war noch akzeptabel. Aber es wurde ärger, als ich sagte, das Model fand es eigentlich „scharf“. Das war in Anführungsstriche gesetzt und eigentlich ein Wortspiel zur kritisierten Schärfe des Bildes. In ihrem Wahn kriegten die Profis dieses Wortspiel gar nicht so recht mit. Einer war arrogant genug, dies in Frage zu stellen („da würde ich das Model selber gern fragen“, der gute Mann hat nicht die geringste Ahnung, was er sich damit antun würde) und plötzlich hatte man Oberwasser und fiel über das Bild gnadenlos her. Da waren zu viel Haare im Mund, das Bild war plötzlich billig, niemand fragte nach dem warum und wieso, jeder war sich nur der Scheußlichkeit des Bildes bewusst. Ich musste das weder mir noch dem Model antun und verabschiedete mich von der Seite. Zur Ehrenrettung muss ich sagen, dass es in der Meute wenigstens einen gab, der sehr kritisch war, aber Fragen stellte, und damit war er völlig akzeptabel. Ansichten sind nun mal verschieden. Und natürlich bin ich mir bewusst, dass meine Art zu fotografieren und zu bearbeiten sich von den meisten unterscheidet und nicht jedermanns Sache sind (und natürlich auch fehlerbehaftet sein kann). Gott sei Dank wie ich meine. Kritik ist willkommen, wenn sie nicht hässlich und abwertend wird. Zumindestens erreichte ich das Credo eines jeden Fotografen. Man schaute sich das Bild länger an, als die meisten anderen.
Das geblitzte Pferd
Das böse Bild, mit dem grün und blau geschlagenen Model und schlechter technischer Qualität
Die beiden Bilder hab ich gar nicht gezeigt, die wären wohl gnadenlos zerissen worden, passen nicht in die perfekte Fotowelt, zeigen aber eigentlich viel von der Seele de Models.
Tote Menschen

Fotogeschichten

MSW Welten (Fotografie und Projekte)

© Sandy Wohlleben / Michael Waldow update: 26.08.2018
Unglaubliche Fotogeschichten
Es war einer jener herrlichen Herbsttage, die einem zum Träumen verleiten. Hätte ich gern getan, saß aber in einem Auto und fuhr durch den Dölauer Wald bei Halle. Neben mir zog sich die alte Bahnlinie hin, die durch einen Verein gerade „renoviert“ wird. Kein Auto auf der Straße, bunte Blätter und das Gefühl durch die Unendlichkeit zu fahren, dazu der Song „Far, far away“ von Slade. Wunderbar! Da ich gern fotografiere, verleitete es mich dazu mal auszusteigen und ein Foto zu machen. An einem Übergang, den auch Waldläufer querten, stellte ich meine Kamera auf eine der Bahnschwellen und machte aus dieser Perspektive ein Foto von der Unendlichkeit. Zu Hause schrieb ich auf die erste Schwelle „Far, far away“ und stellte das ganze ins Internet. Und dann ging es los. Als erstes bekam ich eine Belehrung, das es verboten ist die Schienen zu betreten. Als zweites bekam ich entsprechende Paragrafen zu hören. Nun, die Bahnstrecke wurde ausgebessert, war aber gesperrt und niemand hatte seit der Einstellung einen Zug gesehen, abgesehen von gelegentlich dastehenden Maschinen der Arbeiter. Ausserdem stand ich auf einem aufgeschütteten Bahnübergang. Man ließ nicht locker und mich wissen, das dies kein offizieller Bahnübergang ist, sondern von Förstern gemacht. Auch als ich den Weg und Übergang auf der Karte aus dem Internet zeigte, wurde mir erklärt, die Stadt habe es schon aus der Karte entfernt. Das war das Vorgeplänkel, jetzt ging es erst richtig los. Man erzählte mir von toten Menschen, die sich auf Gleise warfen und Zugführern, die schockiert sind und einer verstieg sich in der Meinung, das Bild ist aus der Sichtweise eines auf den Gleisen liegenden toten Menschen. Das war dann genau der Zeitpunkt, wo ich keine Lust mehr hatte, diese Farce mitzuspielen. Das geblitzte Pferd Eines Tages, am späten Nachmittag, begab ich mich auf die Koppel, um Pferde zu fotografieren. Ich fokussierte meine Kamera und fuhr einfach über die Koppel, das Auge am Sucher, um ein geeignetes Objekt aufzunehmen. Unvermittelt tauchte im Sucher der Kopf einer schönen Stute auf. Ich drückte den Auslöser. Da das Tier der Kamera das Licht nahm, klappte diese den Blitz automatisch auf und löste ihn aus. Das Tier war davon nicht im mindesten beeindruckt. Das Foto selbst wurde ein gelungener Schnappschuß. Wochen später stellte ich das Foto in einer Face-bookgruppe ein, wo sehr viele Fotografen Mitglieder waren. Es war soetwas wie mein Einstiegsfoto. Ich hatte es nur wenig bearbeitet und den kleinen weißen Fleck auf dem Auge nicht so recht registriert. Er war durch den ausgelösten Blitz entstanden. Was danach kam, verschlug mir die Sprache. Erst wurde ich kritisiert, weil ich ein Blitz angeblich bewußt nahm. Dann traten selbsternannte Tierschützer auf den Plan, die mich regelrecht in den Boden stampften. Das Tier hätte ich geblendet und ich solle die Kamera gegen ein Frittenbude eintauschen, das waren dann noch die harmlosesten Sätze. Ein weiteres Foto, das ich von einem verträumten Mädchen machte, wurde gleich mit verissen; ob ich das junge Ding zu Tode geblitzt habe und so weiter. Jeder Hinweis, daß das Foto zufällig entstand, der Blitz automatisch auslöste und das Pferd überhaupt keine Regung zeigte, wurde ignoriert oder besser nicht geglaubt. Es wurde auf Teufel komm heraus behauptet, es wäre meine Absicht gewesen. Ich nahm nicht nur die Fotos von der Seite, sondern mich gleich auch. Entartete Fotos Wenn man Modelfotografie macht, kommt man an Dessousfotos eigentlich kaum vorbei. Einmal durch die Stadt gegangen, sind solche Fotos überall präsent und stören eigentlich keinen Menschen mehr. Wir sind ja aufgeklärt. Das betrifft aber nur Fotos, bei denen das Model nicht persönlich bekannt ist. Andernfalls kochen die Gerüchte hoch und die Fantasien überschlagen sich. Das Model gerät in Verruf und der Fotograf gleich mal mit, man weiß ja wie und was da abläuft. Eines Tages zeigte ich einer Bekanntenrunde ein Dessousfoto von einem 19jährigen Model. Es wurde von den älteren Frauen als ästhetisch und gelungen befunden. Eine der Frauen gab auch unumwunden zu, mit ihrem Mann zusammen erotische Filme anzuschauen, was ein zustimmendes Gelächter auslöste. Ich freute mich, dass mir jedenfalls ein ansprechendes Foto gelungen war. Wochen später wurde ich von jemanden angesprochen, warum ich schmutzige Fotos herumzeige. Ich war Baff, welche schmutzigen Fotos? Ein wenig später, nach einer intensiven Fragestunde dämmerte mir, das besagte Frau, die die Fotos für gut befand, nach meinem Weggang sich über die Dessousfotos aufregte. Nun ja, sie kannte das junge Ding und schließlich kann man sich ja denken, warum ein alter Sack (also ich) junge Mädchen in eindeutige Posen fotografierte. Typisch Mann! Seitdem vermeide ich Dessousfotos im Bekanntenkreis zu zeigen, schon gar nicht bei Leuten, die einen versauten Witz nach dem anderen erzählen. Da ist ja nichts dabei. Oder? Die Mätresse Da wir beide auch in der Hallischen Hanse sind, die Hallische Hansetradi- tionen pflegt, spielen wir in der Theatergruppe Quinta-X-Essentia nicht nur mittel-alterliche Stü- cke, sondern machen auch Fotogeschichten aus dieser Zeit, die wir ver- öffentlichten. Eine der Geschichten hieß: Wie Erasmus zu einer Mätresse kam“, bei der ein Kaufmann sich einbildete, eine wunderhübsche Magd kaufen zu können und zu seiner Mätresse zu machen. Die Magd war aber nicht nur blond und hübsch, sondern auch mit allen Wassern gewaschen. Sie ließ sich scheinbar auf das Spiel ein und machte den Kaufmann betrunken, nicht nur vor Glück, sondern im wahrsten Sinne des Wortes. Der Kaufmann unterschrieb in seinem Rausch einen Vertrag, die der Magd die Beteiligung an einer Taverne und ein hübsches Sümmchen obendrein bot. Von der „Liebe“ hatte er aufgrund seines Alkoholkonsums nichts. Die Geschichte wurde im Mittelalterambiente fotografiert und in Comics umgewandelt. Die Bilder waren P6 geeignet, kleine Kinderchen hätten vielleicht die Geschichte nicht ganz verstanden. Zu jener Zeit hatte aber die Hauptdarstellerin der Magd gerade eine neue Beziehung begonnen. Dafür wurde sie beneidet und man brauchte etwas zum Tuscheln. So fanden es einige angebracht, doch bei ihrer neuen Beziehung nachzufragen, ob er den wüßte, das sie mit noch Einem eine Geschichte um eine Mätresse machte. Den Inhalt musste man freilich nicht lesen, weiß man doch wie solche Weibsbilder sind. Gott sei Dank konnte die neue Beziehung der Haupt- darstellerin darüber nur lachen. Wir wußten aber ab diesem Zeitpunkt, dass die Neider vor gar nichts zurückschrecken, um jemanden bloßzustellen und ihnen die Folgen mehr als nur egal sind. Wir nannten die Geschichte um in „Erasmus und Betlin“ und schon war es nicht mehr interessant. Die böse Foto Ich hatte mal wieder Lust ein Foto besonders zu bearbeiten und mein Blick fiel auf die Serie von Laura, die ich schon eine Weile kannte. Sie liebt es, sich vor dem Fotografen zu bewegen und sie mag auch ausgefallene Fotos. Ich selbst stehe nicht besonders auf die ultrascharfen Hochglanzfotos und habe manchmal meine eigenen Ansichten hinsichtlich der Fotobearbei- tung. Zwei Fotos, durch Zufall aufgenommen, weil Laura so agierte, wie sie wollte und ich die Kamera drauf hielt, fand ich interessant und bearbeitet sie mit bestimmten Farbfilter und einer „schmutzigen“ Textur, sodass durchaus ein seltsamer Eindruck entstand, der auch verschiedene interpretierbar war. Eine gewisse Bewegungsunschärfe, ebenfalls bedingt durch den Filter, fanden ich nicht schlecht. Dann dachte ich, es mal in Facebook zu zeigen, mit „durchschlagendem Erfolg“. Die „Profi“- fotografen fielen darüber her, fanden keine Schärfe im Bild und eine schlechte technische Ausführung. Gut, das war noch akzeptabel. Aber es wurde ärger, als ich sagte, das Model fand es eigentlich „scharf“. Das war in Anführungsstriche gesetzt und eigentlich ein Wortspiel zur kritisierten Schärfe des Bildes. In ihrem Wahn kriegten die Profis dieses Wortspiel gar nicht so recht mit. Einer war arrogant genug, dies in Frage zu stellen („da würde ich das Model selber gern fragen“, der gute Mann hat nicht die geringste Ahnung, was er sich damit antun würde) und plötzlich hatte man Oberwasser und fiel über das Bild gnadenlos her. Da waren zu viel Haare im Mund, das Bild war plötzlich billig, niemand fragte nach dem warum und wieso, jeder war sich nur der Scheußlichkeit des Bildes bewusst. Ich musste das weder mir noch dem Model antun und verabschiedete mich von der Seite. Zur Ehrenrettung muss ich sagen, dass es in der Meute wenigstens einen gab, der sehr kritisch war, aber Fragen stellte, und damit war er völlig akzeptabel. Ansichten sind nun mal verschieden. Und natürlich bin ich mir bewusst, dass meine Art zu fotografieren und zu bearbeiten sich von den meisten unterscheidet und nicht jedermanns Sache sind (und natürlich auch fehlerbehaftet sein kann). Gott sei Dank wie ich meine. Kritik ist willkommen, wenn sie nicht hässlich und abwertend wird. Zumindestens erreichte ich das Credo eines jeden Fotografen. Man schaute sich das Bild länger an, als die meisten anderen.
 Das geblitzte Pferd
Tote Menschen
Far, far away
Das böse Bild, mit dem „grün und blau geschlagenen Model“ und schlechter tech- nischer Qualität
Die beiden Bilder hab ich gar nicht gezeigt, die wären wohl gnadenlos zerissen worden, passen nicht in die perfekte Fotowelt, zeigen aber eigentlich viel von der Seele de Models.